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Uns dagelk Brood

 

„Tö Felix, nu musst du ok gau dien Fröhstück to Ennen brengen. Nahderhand koomt Oma un Opa!“ Mama Helga wull de Tafel ofrümen, aber Felix wurr nich klor. Daar gung al de Dörpingel......

„Oma, Opa“, reep Felix, sprung up un weer al vör Mama an de Dör. „Moin Oma“, freide he sük un sprung dann bi Opa hoch, de hüm in`n Arm nohm un hum in de Köken droog. „Opa, vertellst du mi vandaag weer Geschichten?“, froog Felix. „Klaar mien Keerlke, wenn mi wat infallt“, lachte Opa un keek Felix leev an. „Felix, dien Brood!“, mahnde Mama. „Och Mama, ik mag dat gaar nich, hebb nu ok kien Tied mehr, nu is Opa daar, schmiet dat man in Müllemmer!“ Opa leeg de Jung sachte van sien Arm glieden, settde sük up Stohl un keek ganz in Gedachten vör sük hen. „Tö Opa, drömst du? Nu geiht dat los, vertell!“

 

„Daar weer vör lange Tied mal en lüttjen Jung, de weer so in dien Oller. Wi wulln hum man Herbert nöhmen. He harr noch twee Süsters, de weren beide oller as he. De wohnten ganz wied weg van hier, waar dat ganz hoge Bargen und völ Wald gifft. Se levten alleen mit hör Mama, wiel hör Papa Soldat weer. Dags över spölde Herbert mit anner Kinner in Wald, of he gung mit sien Süsters Blaubejen of Pilze sammeln. Wenn de Kinner denn na Huus kwemen, harrn se immer völ Smacht. Denn wurr Mama immer ganz trürig, denn se harr nich sovöl, dat se hör Kinner satt to eten geven kunn. De lüttje Herbert weer ok nich so en Pummel as du, de weer ganz blass un fien.

 

Ens Dags kweem de Böskupp, dat se hör Huus un hör Dörp verlaten mussen. Frömde Soldaten kwemen un nohmen de Husen in Beschlag. Mama packte radd en bietje Reev un paar Dekens in en Handwagen un denn trucken se tosamen mit de Nahbers los. Se dochten al, dat se bold weer torügg kwemen, aber daar wurr nix van. Se mussen immer wieder un wieder. Mal fohren se en Sett mit Zug, denn mit Skipp. Wekenlang weren se unnerwegs un kregen haast nix to eten. Tolesd, kwemen se up Lastwagen ganz wied van hör Heimat in en Gegend, waar kien Barg un ok kien Wald weer. Wat se sachen, weer bloot Moor.

 

Mama wurr mit Herbert up en Burenhoff inquartiert un Maria un Gretchen kregen bi de Nahbers wat to Eten. Hier kunnen se sük to`n ersten Mal weer richtig satt eten un in en warm Bedd slapen. Aber wiel Mama hör Kinner geern weer binanner hebben wull, kreeg se en lüttje Wohnung an Moorrand towesen. Nu muss se sülvst sehn, dat se hör Kinner satt kreeg. Bi de Backer in`t Dörp gaff dat Maisbrood. Dat smook elendig, un de Kinner kunnen dat nich eten. Aber Mama wüss Raad. Se leeg de Broodschieven in Melk un denn in de Backovend. Wenn de hart weern, kunnen de Kinner de as Tweeback knabbern.“

 

„Igitt“, see Felix, „de harr ik nich eten!“ „Du kennst ja ok kien Smacht“, gaff Opa to Antwoord. „Enes Dags leep Mama in d`Moor, waar de Törfloren langs fohren. Se wull en bietje Brannholt söken. Se traude hör Ogen nich, as se vör sük en ganz Swartbrood liggen sach. Oh, wat weer se blied. Dat schickt mi de Himmel, see se, un  leep radd mit hör Fund na Huus. „Daar hett lüttje Herbert sük seker satt eten!“, freide Felix sük, denn he harr sük al richtig in de smachtige Herbert rinversett. He keek Opa ganz gespannt mit grode Ogen an un rekente daarmit, dat nu allens good wurr.

 

„Nee, leider nich“, muss Opa hum enttäuschen. „Mama kennde ja kien Swartbrood un so sach se in Huus erst, dat se en grauen Törf funnen harr.“ „Is lüttje Herbert verhungert?“, froog Felix ganz mitliedig. „Nee“, see Opa, „na un na wurden de Tieden beter. He un sien Süsters sünd groot wurden. Mama gung na de Buren hen to arbeiden, aber hör Papa un hör Heimat hebbt se nich weerkregen!“

 

„Opa“, wunnert Felix sük, „de lüttje Jung heet ja nett as du!“ Opa Herbert drückte Felix an sük un see: „Ja, mien lüttje Keerlke, un du musst noit mehr an dien Mama seggen, schmiet dat Brood man in de Müllemmer, denn dat gifft vandag ok immer noch irgendwaar Kinner de Smacht hebben.“

 

Agnes Ammann

27.07.2011

 

 


© 2011 Agnes Ammann Veröffentlicht: 27.07.2011 um 22:21:26 Uhr
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